Zuschläge


Begriff

Der Begriff Zuschläge meint die Zuschläge, die vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer nach Vereinbarung zusätzlich zum Lohn gezahlt werden. Einen grundsätzlichen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Zahlung von z.B. Sonn- und Feiertagszuschlägen hat der Arbeitnehmer allerdings nicht. Die Zahlung wird regelmäßig im Arbeitsvertrag oder aufgrund von Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen vereinbart und wird aufgrund dessen ausbezahlt. Auch aufgrund betrieblicher Übung kann ein Anspruch entstehen. Nur die Nachtarbeit ist im § 6 Arbeitszeitgesetz geregelt. Hier sieht das Gesetz vor, dass für Nachtarbeit eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder ein angemessener Zuschlag auf das ihm zustehende Brutto-Arbeitsentgelt zu gewähren ist. Nachtarbeit ist die Zeit (über zwei Stunden) zwischen 23 und sechs Uhr morgens und in Bäckereien und Konditoreien von 22 bis fünf Uhr morgens.

Zuschläge können aber unter gewissen Voraussetzungen steuerfrei gezahlt werden, z.B. wenn sie zusätzlich neben dem Grundlohn gezahlt werden und wenn eine tatsächliche Arbeitsleistung vorliegt. Der Grundlohn ist der laufende Arbeitslohn, der dem Arbeitnehmer bei der für ihn maßgeblichen regelmäßigen Arbeitszeit für den jeweiligen Lohnzahlungszeitraum zusteht. Dazu gehören z.B. auch Sachbezüge, wenn sie laufender Arbeitslohn sind aber nicht z.B. Überstundenvergütungen oder Gratifikationen. Allerdings sind weder die Höhe des Nachtzuschlags noch die Höhe der Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit gesetzlich vorgeschrieben. Für die Steuerbegünstigung gibt es jedoch Höchstgrenzen.

Feiertagszuschlag

Der Feiertagszuschlag ist ein Zuschlag, den der Arbeitnehmer zusätzlich zu seinem Lohn dafür erhält, dass er an einem gesetzlichen Feiertag arbeitet. Der Oster- und der Pfingstsonntag sind bezüglich der Zuschläge den gesetzlichen Feiertagen laut der Lohnsteuerrichtlinien gleichgestellt. Der Feiertagszuschlag wird aufgrund einer Vereinbarung im Arbeitsvertrag oder bei Vorgaben im Tarifvertrag ausbezahlt und ist dem Sonntagszuschlag entsprechend. Dieser Zuschlag kann (wie auch der Nacht- oder Sonntagszuschlag) steuerfrei sein (§ 3b EStG). Ab 25 Euro Stundenlohn besteht jedoch eine Sozialversicherungspflicht für Feiertagszuschläge.

Sonntagszuschlag

Zuschläge, die für am Sonntag tatsächlich geleistete Arbeit neben dem normalen Lohn gezahlt werden, sind steuerfrei, solange sie nicht 50 % des Grundlohns übersteigen (§ 3b EStG).

Nachtzuschlag

Der Nachtarbeitszuschlag ist ein Zuschlag, den der Arbeitnehmer zusätzlich zu seinem Lohn dafür erhält, dass er nachts arbeitet. Der Nachtarbeitszuschlag hat seine gesetzliche Verankerung in § 6 ArbZG. Die Höhe ist jedoch nicht fest, hier gibt es nur die Grenze der Steuerbegünstigung. Diese liegt bei 25 % (Nachtarbeit von 20 bis 6 Uhr) oder 40 % (Nachtarbeit 0 bis 4 Uhr) des Grundlohns.

Höhe der Zuschläge

Die Höhe der Zuschläge ist nicht gesetzlich vorgegeben, allerdings ist die steuerliche Begünstigung beschränkt. Außerdem gilt es gewisse Vorgaben für die Steuerfreiheit zu beachten, wie z.B. die Zuschläge sind nur bei tatsächlich geleisteter Arbeit steuer- und beitragsfrei. Über einem Lohn von 25 Euro/Stunde entsteht eine anteilige Beitragspflichtigkeit, bei einem Lohn von über 50 Euro/Stunde wird zusätzlich auch anteilig die Lohnsteuerpflichtigkeit begründet.

Überblick über die höchstmöglichen steuerfreien Zuschlagssätze:

Zuschläge

Österreich

In Österreich werden auch S-F-N-Zuschläge steuerlich begünstigt. Hier wird für die gesamten Zuschläge ein Freibetrag von maximal 360 Euro im Monat gezahlt, § 68 EStG (Österreich). Darüber hinaus gezahlte Zuschläge sind jedoch zu versteuern. Der maximale Freibetrag kann jedoch um 50 % erhöhen, wenn der Lohnzahlungszeitraum grundsätzlich eine vereinbarte Nachtarbeit vorsieht, d.h. dass Arbeitnehmer grundsätzlich überwiegend nachts, zwischen 19 Uhr abends und 7 Uhr morgens arbeiten. Allerdings unterliegen Zuschläge – anders als in Deutschland – der vollen Sozialversicherungspflicht.

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Einzelnachweise/ Zitate/ Quellen

  • Creifelds, Rechtswörterbuch, 22. Auflage 2016.
  • Küttner, Personalhandbuch, 25. Auflage 2018.
  • Günther, in: Arbeitsrecht Aktuell 2017, S. 544ff.
  • Greiner, in: Rolfs/Giesen/Kreikebohm/Udsching, Arbeitsrecht, 48. Edition 2018.

Weblinks

Anna Rosón Eichelmann

Anna ist Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht. Seit 2011 befasst sie sich intensiv mit dem Arbeitsrecht, insbesondere im Bereich des Gastgewerbes und hat den Fachanwaltslehrgang im Arbeitsrecht an der Hagen Law School absolviert. Zu ihren Praxisstationen zählen der Lehrstuhl für Arbeitsrecht bei Prof. Dr. Waas an der Goethe-Universität in Frankfurt, die HR-Abteilung einer Bank, die Arbeitsrechtsabteilung bei Prof. Dr. Lunk in einer amerikanischen Großkanzlei, die Litigation-Abteilung einer britischen Großkanzlei sowie die Außenhandelskammer für Deutschland in Spanien. Anna hat in Frankfurt am Main und Madrid studiert.