Vermögenswirksame Leistungen


Begriff

Bei Vermögenswirksamen Leistungen (VL) handelt es sich um monatliche Geldleistungen, welche der Arbeitgeber für seinen Arbeitnehmer anlegt (§ 2 Abs.1 5.VermBG). Diese werden nicht mit dem Gehalt ausgezahlt, sondern vom Arbeitgeber direkt auf die, vom Arbeitnehmer, gewählte Anlageform überwiesen. Damit soll es dem Arbeitnehmer möglich sein, im Laufe der Zeit ein kleines Vermögen anzusparen.

Einen gesetzlichen Anspruch auf Vermögenswirksame Leistungen, hat der Arbeitnehmer nicht. In vielen Fällen zahlt der Arbeitgeber diese Leistungen freiwillig. Ansonsten ergibt sich ein Anspruch des Arbeitnehmers aus entsprechenden Vereinbarungen im Tarifvertrag, der Betriebsvereinbarung oder dem Arbeitsvertrag selbst.

Höhe

Der Betrag kann im Monat zwischen 6,90 Euro und 40,00 Euro liegen. Die Laufzeit beträgt in der Regel sechs Jahre.

Sofern der Arbeitgeber nicht den Höchstbetrag von 40 Euro, sondern nur einen Teilbetrag übernimmt, kann der Arbeitnehmer den Anlagebetrag durch einen Teil seines Lohns selbst aufstocken. Auch dabei darf die monatliche Höchstgrenze von 40 Euro nicht überschritten werden. Bei Geringverdienern ist zusätzlich eine staatliche Förderung möglich.

Arten

Der Arbeitnehmer hat die Möglichkeit zwischen verschiedenen Anlagemodellen zu wählen. In Frage kommen beispielsweise Bausparverträge, betriebliche Anlageformen wie Aktienfonds oder auch die Tilgung bereits bestehender Darlehen. Aufgrund der Unterschiede bezüglich Verzinsung, Sperrfristen und staatlicher Förderungen abhängig vom Sparmodell, sollten hier die unterschiedlichen Angebote der Bankinstitute verglichen werden.

Antrag

Die Beantragung von Vermögenswirksamen Leistungen erfolgt in folgenden Schritten:

  1. Schritt: Zunächst muss mit dem Arbeitgeber abgeklärt werden, in welcher Höhe die Sparzulagen von ihm übernommen werden.
  2. Schritt: In einem zweiten Schritt muss ein passendes Sparmodell ausgewählt werden.
  3. Schritt: Wurde ein Sparmodell und ein Institut ausgewählt, muss bei diesem der Antrag auf VL eingereicht werden.

Steuer- und sozialversicherungsrechtliche Einordnung

Aus arbeitsrechtlicher Sicht handelt es sich bei Vermögenswirksamen Leistungen um einen Bestandteil des Lohns oder Gehalts (§ 2 Abs.7 5.VermBG). Sie gehören zu den Einkünften aus nicht-selbstständiger Arbeit und sind folglich in vollem Umfang zu versteuern sowie sozialversicherungspflichtig. Bei Errichtung der Steuererklärung müssen diese somit aufgeführt werden. (§ 2 Abs.6 5.VermBG).

Verwandte Themen

Einzelnachweise/ Zitate/ Quellen

  • Preis, Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht, BGB, § 611a, 18. Auflage, 2018.

Weblinks

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Vermögenswirksame_Leistung

Anna Rosón Eichelmann

Anna ist Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht. Seit 2011 befasst sie sich intensiv mit dem Arbeitsrecht, insbesondere im Bereich des Gastgewerbes und hat den Fachanwaltslehrgang im Arbeitsrecht an der Hagen Law School absolviert. Zu ihren Praxisstationen zählen der Lehrstuhl für Arbeitsrecht bei Prof. Dr. Waas an der Goethe-Universität in Frankfurt, die HR-Abteilung einer Bank, die Arbeitsrechtsabteilung bei Prof. Dr. Lunk in einer amerikanischen Großkanzlei, die Litigation-Abteilung einer britischen Großkanzlei sowie die Außenhandelskammer für Deutschland in Spanien. Anna hat in Frankfurt am Main und Madrid studiert.