Überstunden


Begriff

Überstunden bezeichnen die vom Arbeitnehmer geleisteten Arbeitszeiten, die über seine vertraglich vereinbarte, geschuldete Arbeitszeit hinausgeht.

Zu unterscheiden sind die Überstunden von der Mehrarbeit. Während der Begriff der Überstunden die Überschreitung individuell vereinbarten Arbeitszeit beschreibt, ist von Mehrarbeit die Rede, wenn die im Gesetz (§ 3 Abs.1 ArbZG) festgelegt maximale Arbeitszeit oder die tarifvertraglich festgelegte Arbeitszeitgrenze überschritten wird.

Überstunden müssen grundsätzlich mit Wissen und Wollen des Arbeitgebers erbracht werden. Dieser muss die Überstunden entweder ausdrücklich angeordnet haben oder auf andere Art und Weise zum Ausdruck gebracht haben, dass er die zusätzlich erbrachte Arbeitsleistung seines Arbeitnehmers zumindest duldet.

Verpflichtung zur Leistung von Überstunden

Fehlt eine ausdrückliche Vereinbarung, so ist der Arbeitnehmer grundsätzlich nicht dazu verpflichtet über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus Überstunden zu leisten. Etwas anderes gilt, wenn sich der Arbeitgeber in einer besonderen Not- oder Katastrophensituationen befindet und auf eine zusätzliche Unterstützung seiner Arbeitnehmer angewiesen ist. Eine ausdrückliche Vereinbarung kann sich zum einen aus dem Arbeitsvertrag selbst, einem Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung ergeben.

Auf der anderen Seite bedeutet dies jedoch auch, dass dem Arbeitnehmer kein Anspruch auf ein gleichbleibendes Mindestmaß an Überstunden entsteht. Ordnet ein Arbeitgeber über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig Überstunden an, kann sich daraus keine grundsätzliche Änderung der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit ergeben.

Vergütung

Überstunden werden in der Regel in derselben Höhe vergütet, die für die reguläre Arbeitsleistung vereinbart wurde. Allerdings besteht keine rechtliche Pflicht dazu, geleistete Überstunden durch zusätzliche Lohnzahlung abzugelten. Es kann zu diesem Zweck auch ein Freizeitausgleich gewährt werden. In diesem Fall ist die zusätzliche Arbeitsleistung erst bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Geld abzugelten.

In wenigen Fällen ist es zulässig anfallende Überstunden von Vornherein durch die Lohnzahlung abzugelten. Enthält der Arbeitsvertrag eine solche Klausel, sollte diese jedoch genau auf ihre Gültigkeit überprüft werden. Möglich ist dies unter Umständen in Fällen einer deutlich hervorgehobenen Vergütung, bei Diensten höherer Art oder bei leitenden Angestellten.

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Einzelnachweise/ Zitate/ Quellen

  • Preis, Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht, 18. Auflage 2018.
  • Griese,  Küttner, Personalbuch, 25. Auflage 2018.
  • Bayreuther, Beck’scher Online-Kommentar Arbeitsrecht, 48. Auflage 2018.
  • Linck, Schaub, Arbeitsrechtshandbuch, 17. Auflage 2017.

Weblinks

Anna Rosón Eichelmann

Anna ist Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht. Seit 2011 befasst sie sich intensiv mit dem Arbeitsrecht, insbesondere im Bereich des Gastgewerbes und hat den Fachanwaltslehrgang im Arbeitsrecht an der Hagen Law School absolviert. Zu ihren Praxisstationen zählen der Lehrstuhl für Arbeitsrecht bei Prof. Dr. Waas an der Goethe-Universität in Frankfurt, die HR-Abteilung einer Bank, die Arbeitsrechtsabteilung bei Prof. Dr. Lunk in einer amerikanischen Großkanzlei, die Litigation-Abteilung einer britischen Großkanzlei sowie die Außenhandelskammer für Deutschland in Spanien. Anna hat in Frankfurt am Main und Madrid studiert.