Teilzeitarbeit


Begriff

Die Teilzeitarbeit ist ein Arbeitsmodell, wonach die Arbeitszeit im Vergleich zur Vollzeit eine reduziert ist, samt entsprechender Verringerung des Arbeitsentgelts. Ein Arbeitnehmer ist dann teilzeitbeschäftigt, wenn dessen regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist, als die eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Mitarbeiters; teilzeitbeschäftigt ist auch der geringfügig Beschäftigte (§ 2 TzBfG). In Deutschland gibt es nach Erfüllung einer Wartezeit von sechs Monaten einen Anspruch auf Teilzeitarbeit, gem. § 8 TzBfG. Teilzeitbeschäftigte dürfen nicht gegenüber Vollzeitmitarbeitern benachteiligt werden, dies ist in § 4 TzBfG geregelt. Im Jahr 2017 waren in Deutschland 7,1 Mio. Frauen und 1,9 Mio. Männer in Teilzeitbeschäftigung.[1]

Typen von Teilzeitarbeit

Die Teilzeitarbeit kann unterschiedlich ausgestaltet sein. Sie kann befristet oder unbefristet vereinbart werden. Es kann eine fixe tägliche Arbeitszeit vereinbart werden, die nicht der Vollzeit entspricht. Es kann aber auch vereinbart werden, dass an gewissen Arbeitstagen in der Woche gearbeitet wird, welche nicht den Umfang der vollen Arbeitstagewoche erfüllen. Anderenfalls können auch je nach Arbeitsanfall bestimmte Dienstpläne oder Arbeitspläne entwickelt werden. Diese sogenannte Arbeit auf Abruf hat jedoch auch gewisse Voraussetzungen, die eingehalten werden müssen. Hier ist der Mitarbeiter zehn Stunden in der Woche einzuplanen, wobei die tägliche Arbeitszeit nicht die drei Stunden unterschreiten darf. Dies muss dem Mitarbeiter vier Tage vor dem Arbeitseinsatz mitgeteilt werden, anderenfalls ist der Mitarbeiter nicht zur Arbeit verpflichtet.

Vertragliche Vereinbarungen

Die Veränderung der Arbeitszeit auf eine Teilzeitarbeit muss vertraglich vereinbart werden und es muss auch auf die konkrete Ausgestaltung geachtet werden. Allerdings ist zu beachten, dass bei unbefristeter Vereinbarung einer Teilzeitarbeit der Arbeitnehmer grundsätzlich keinen Anspruch auf Rückkehr in die Vollzeitstelle hat; das ist insoweit bei der vertraglichen Ausgestaltung im Voraus abzuklären.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Flexibilität: Ausgleich zwischen Privatem und Beruflichem
  • Mehr Mitarbeiterzufriedenheit durch mehr Erholung oder Zeit für Familie oder Weiterbildungen
  • Im Vergleich zum Vollzeitgehalt bleibt mehr Netto vom Brutto
  • Arbeitgeber kann Mitarbeiter je nach Arbeitsanfall einteilen (bei Arbeit auf Abruf)
  • Möglichkeit von Job-Sharing

Nachteile

  • Bei unbefristeter Teilzeit keine wirkungsvolle Möglichkeit des Mitarbeiters wieder auf die Vollzeitstelle zu wechseln
  • Möglicher Nachteil bei Karriereentwicklungsmöglichkeiten
  • Niedrigeres Gehalt zur Verfügung

[1] https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Personengruppen/generische-Publikationen/Frauen-Maenner-Arbeitsmarkt.pdf

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Einzelnachweise/ Zitate/ Quellen

Weblinks

Anna Rosón Eichelmann

Anna ist Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht. Seit 2011 befasst sie sich intensiv mit dem Arbeitsrecht, insbesondere im Bereich des Gastgewerbes und hat den Fachanwaltslehrgang im Arbeitsrecht an der Hagen Law School absolviert. Zu ihren Praxisstationen zählen der Lehrstuhl für Arbeitsrecht bei Prof. Dr. Waas an der Goethe-Universität in Frankfurt, die HR-Abteilung einer Bank, die Arbeitsrechtsabteilung bei Prof. Dr. Lunk in einer amerikanischen Großkanzlei, die Litigation-Abteilung einer britischen Großkanzlei sowie die Außenhandelskammer für Deutschland in Spanien. Anna hat in Frankfurt am Main und Madrid studiert.