Schichtplan


Begriff

Ein Schichtplan ist eine spezielle Variante des Dienstplans. Schichtpläne werden eingesetzt, wenn die gleiche Arbeitsstelle mehrmals innerhalb eines bestimmten Zeitraums von verschiedenen Personen sequenziell besetzt werden soll. Dies ist häufig der Fall, wenn die Arbeitszeit die übliche und legale tägliche Höchstarbeitszeit überschreitet (Gastronomie), ein Betrieb rund um die Uhr aufrecht erhalten werden muss (Polizei, Pflegedienste) oder wenn aufgrund besonderer Schwere der Arbeitsbedingungen oder -Anforderungen ein häufig notwendiger Wechsel des Arbeitspersonal nötig ist, um Überbelastung (Kernkraftwerk) oder Fehler (Fluglotsen) zu vermeiden.

Schichtmodelle

Je nach Arbeitsaufgabe werden verschiedene Schichtsysteme unterschieden. Im Produktionsumfeld dominieren je nach Auslastung 2- oder 3-Schicht-Systeme mit einer jeweiligen Arbeitsdauer von ca. acht Stunden. In Ausnahmefällen, wenn es notwendig ist das Arbeitspersonal häufiger zu tauschen oder eine Überlappung (für die Übergabe der Arbeitsaufgabe) zu erzeugen, kommen auch 4- oder Mehr-Schicht-Modelle zum Einsatz.

In der Gastronomie wird häufig auch mit kürzeren Schichtdauern und Teildiensten/Teilschichten gearbeitet. Eine achtstündige Schicht wird so meist auf zwei 4-Stunden-Teilschichten aufgeteilt, die von derselben Person abgeleistet werden. Der Grund hierfür ist eine stark schwankende Nachfrage im Gastronomie-Geschäft mit Bedarfsspitzen um die Mittag- und Abendessenszeit.

Neben der reinen zeitlichen Dauer einer Schicht und ihrer zeitlichen Abfolge bestimmt das Vorhandensein eines Rhythmus die Gestalt der Schichtarbeit. Ein verlässlicher Rhythmus setzt das Vorhandensein einer langfristigen Planung und gewissen Kontinuität voraus. Ein Schicht-Rhythmus ist daher vor allem in solchen Branchen zu finden in denen hauptsächlich unbefristete Festangestellte beschäftigt sind und das Arbeitsvolumen gut im Voraus abgeschätzt werden kann (Fabriken, Rettungsdienste, Sicherheitsdienste). In Branchen, die auch viele Aushilfen, kurzfristig Beschäftigte oder Studenten für die Schichtarbeit einsetzen, ist es daher nicht üblich einen Rhythmus zu etablieren.

Belastung durch Schichtarbeit

Schichtarbeit stellt den Menschen vor erhöhte Belastungen. Diese können psychischer, physiologischer und sozialer Natur sein. Die physiologische Arbeitsbeanspruchung kann sich z.B. bei gleichen Arbeitsaufgaben objektiv stark unterscheiden, je nachdem in welcher Schicht gearbeitet wird:

  • Frühschicht: 100 %
  • Spätschicht: 113 %
  • Nachtschicht: 156 %

Diese erhöhten Anforderungen wirken sich direkt auf den Menschen aus und können sowohl zu körperlichen als auch psychischen Überlastungs-Symptomen führen.

Beispielhaft zu nennen sind hier Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nervosität oder Schlafstörungen. Auch die Häufigkeit von Fehlern und Unfällen hängt von der Tages- und Nachtzeit ab.

Wichtig ist es daher die Schichtplanung möglichst ergonomisch zu gestalten: die Anzahl der Nachtschichten für einzelne Arbeiter zu reduzieren, ausreichend Ruhezeiten einzuplanen oder auch die Aufgaben in der Nachtschicht an das verringerte Leistungsniveau anzupassen.

Natürlich kann über Zuschläge (S-F-N-Zuschläge) ein gewisser Teil der Mehrbelastung kompensiert werden, wichtig ist es jedoch den Mitarbeiter nicht nur monetär, sondern auch mit Erholungszeit zu entschädigen, um eine nachhaltige Arbeitsumgebung zu schaffen.

Informationen auf und neben dem Schichtplan

Grundsätzlich müssen durch den Schichtplan folgende Informationen bezüglich der Schichtstruktur und der eingeteilten Arbeitskräfte kommuniziert werden:

  • Vor- und Nachname der eingeteilten Person
  • Name der Schichten
  • Start- und Endzeitpunkte der Schichten
  • Vorgeplante Pausenzeitpunkte
  • Arbeitsinhalt der Schicht
  • Arbeitsstelle der Schicht

Neben dieser finalen Information auf dem Schichtplan muss noch eine Vielzahl weiterer statischer (z.B. Gesetze, menschliche Leistungsfähigkeit) und dynamischer (z.B. Wetter, Saison, etc.) Informationen bei der Erstellung eines Schichtplans berücksichtigt werden. Aufgrund dieser gesteigerten Komplexität greifen viele Planungsverantwortliche auf digitalisierte Personalorganisations-Tools wie gastromatic zurück um sich ihren Arbeitsalltag zu erleichtern.

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Einzelnachweise/ Zitate/ Quellen

Weblinks

Anna Rosón Eichelmann

Anna ist Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht. Seit 2011 befasst sie sich intensiv mit dem Arbeitsrecht, insbesondere im Bereich des Gastgewerbes und hat den Fachanwaltslehrgang im Arbeitsrecht an der Hagen Law School absolviert. Zu ihren Praxisstationen zählen der Lehrstuhl für Arbeitsrecht bei Prof. Dr. Waas an der Goethe-Universität in Frankfurt, die HR-Abteilung einer Bank, die Arbeitsrechtsabteilung bei Prof. Dr. Lunk in einer amerikanischen Großkanzlei, die Litigation-Abteilung einer britischen Großkanzlei sowie die Außenhandelskammer für Deutschland in Spanien. Anna hat in Frankfurt am Main und Madrid studiert.