Personalfragebogen


Begriff

Der Personalerfassungsbogen (auch Personalfragebogen genannt) dient dazu, die für den Arbeitgeber erheblichen Informationen über seine Arbeitnehmer zu sammeln. Er besteht aus einer standardisierten Zusammenfassung von Fragen.

Inhalt eines Personalfragebogens

Kommt der Personalfragebogen zum Einsatz bevor es zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch kommt, enthält er allgemeine Informationen wie die Kontaktdaten des potentiellen Arbeitnehmers. Außerdem enthält er Informationen über seinen persönlichen Werdegang, fachliche Kenntnisse und Fähigkeiten. Darunter fallen Informationen bezüglich des höchsten Schulabschlusses, der Berufsausbildung oder bisherige Berufserfahrung.

Wird der Personalfragebogen hingegen verwendet nachdem der Arbeitsvertrag geschlossen wurde, so enthält er darüber hinaus solche personenbezogenen Daten, die für die Anmeldung und eine korrekte Lohnabrechnung des neuen Arbeitnehmers wichtig sind. Darunter fallen Informationen wie die Bankverbindung, Angaben zur Krankenversicherung, Sozialversicherungsnummer und Steuermerkmale wie Kinderfreibeträge, Konfession und Steuerklasse.

Handelt es sich bei der Tätigkeit um einen so genannten Minijob, so dienen die Fragen dazu abzuklären ob es sich für den Arbeitnehmer tatsächlich um einen Minijob oder eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit handelt.

Was darf im Personalfragebogen gefragt werden?

Wie auch im Vorstellungsgespräch, sind im Personalfragebogen natürlich nicht alle Fragen an den Arbeitnehmer zulässig. Die Regelungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) müssen auch hier beachtet werden. Danach sind vor allem solche Fragen unzulässig die sich auf die Religion und Weltanschauung, die Herkunft oder die sexuelle Identität des Arbeitsnehmers beziehen.

Grundsätzlich sind nur solche Fragen gestattet an deren Beantwortung der Arbeitgeber ein berechtigtes und schutzwürdiges Interesse hat und das Interesse des Arbeitnehmers am Schutz seiner Privatsphäre hinter diesem Interesse zurücktritt. Ist eine Frage unzulässig, so kann der Arbeitnehmer deren Beantwortung verweigern.

Zustimmung des Betriebsrats

Gemäß § 94 Abs. 1 S. 1 BetrVG bedarf ein Personalfragebogen der Zustimmung des Betriebsrats. Kommt eine Einigung über dessen Inhalt nicht zustande, entscheidet darüber die Einigungsstelle (§ 94 Abs. 1 S. 2 und 3 BetrVG).

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Einzelnachweise/ Zitate/ Quellen

  • Mauer, Beck’scher Online-Kommentar Arbeitsrecht, 48. Edition.
  • Thüsing, Richardi, Betriebsverfassungsgesetz, 16. Auflage 2018.
  • Koch, Arbeitsrecht von A-Z, 22. Auflage 2018.

Weblinks

 

Anna Rosón Eichelmann

Anna ist Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht. Seit 2011 befasst sie sich intensiv mit dem Arbeitsrecht, insbesondere im Bereich des Gastgewerbes und hat den Fachanwaltslehrgang im Arbeitsrecht an der Hagen Law School absolviert. Zu ihren Praxisstationen zählen der Lehrstuhl für Arbeitsrecht bei Prof. Dr. Waas an der Goethe-Universität in Frankfurt, die HR-Abteilung einer Bank, die Arbeitsrechtsabteilung bei Prof. Dr. Lunk in einer amerikanischen Großkanzlei, die Litigation-Abteilung einer britischen Großkanzlei sowie die Außenhandelskammer für Deutschland in Spanien. Anna hat in Frankfurt am Main und Madrid studiert.