Nettoentgelt


Begriff

Das Nettoentgelt ist das um gesetzliche Abzüge verminderte Bruttoentgelt. Das Nettoentgelt ist somit der Anteil des Gehalts/Entgelts, welcher dem Empfänger zur freien Verfügung steht. Das Nettoentgelt ist in der Regel der Betrag, der am Monatsende auf das Konto des Arbeitnehmers überwiesen wird. Zu den gesetzlichen Abzügen zählen die Lohnsteuer, die Kirchensteuer, der Solidaritätszuschlag und die Beiträge zur Sozialversicherung.

Lohnsteuer

Die Überweisung der Lohnsteuer an das Finanzamt erfolgt noch durch den Arbeitgeber, geht aber vom Bruttoentgelt des Arbeitnehmers ab. Die Höhe der Lohnsteuer hängt von der Einteilung in eine der sechs Steuerklassen ab. Singles bzw. Ledige finden sich in Steuerklasse 1 wieder, Verheiratete in 3, 4 oder 5.

Kirchensteuer

Auch die Kirchensteuer wird direkt vom Arbeitgeber vom Bruttoentgelt an das Finanzamt abgeführt. Sie beträgt in Deutschland je nach Bundesland 8 % (Baden-Württemberg und Bayern) oder 9 % (restliche Bundesländer) der Summe aus Einkommens-, Lohn- und Kapitalertragssteuer. Nur Menschen, die einer Kirche/Glaubensgemeinschaft angehören, müssen sie entrichten. In bestimmten Fällen kann auch das Einkommen konfessionsloser Partner von Angehörigen einer Glaubensgemeinschaft besteuert werden.

Solidaritätszuschlag („Soli“)

Der Solidaritätszuschlag ist eine Ergänzungsabgabe zur Einkommens- und Körperschaftssteuer. Das Geld dient der Finanzierung der deutschen Einheit und besteht in seiner derzeitigen Höhe von 5,5 % der Einkommens- und Körperschaftssteuer seit 1998. Der „Soli“ wird ebenfalls noch vom Arbeitgeber vom Bruttoentgelt abgeführt und an den Staat überwiesen.

Sozialversicherung

In Deutschland bildet die Sozialversicherung eine staatlich eng geregelte Fürsorge für wichtige Risiken des Daseins. Sie gliedert sich in folgende Teilbereiche auf: Rentenversicherung, Krankenversicherung, Unfallversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung.

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Einzelnachweise/ Zitate/ Quellen

Weblinks

Anna Rosón Eichelmann

Anna ist Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht. Seit 2011 befasst sie sich intensiv mit dem Arbeitsrecht, insbesondere im Bereich des Gastgewerbes und hat den Fachanwaltslehrgang im Arbeitsrecht an der Hagen Law School absolviert. Zu ihren Praxisstationen zählen der Lehrstuhl für Arbeitsrecht bei Prof. Dr. Waas an der Goethe-Universität in Frankfurt, die HR-Abteilung einer Bank, die Arbeitsrechtsabteilung bei Prof. Dr. Lunk in einer amerikanischen Großkanzlei, die Litigation-Abteilung einer britischen Großkanzlei sowie die Außenhandelskammer für Deutschland in Spanien. Anna hat in Frankfurt am Main und Madrid studiert.