Nachtarbeit


Begriff

Unter Nachtarbeit wird die Arbeit über zwei Stunden in der Nachtzeit von 23 bis 6 Uhr (in Bäckereien von 22 bis 5 Uhr) verstanden, § 2 ArbZG. Allerdings können durch Tarifverträge in den Grenzen des § 7 ArbZG abweichende Regelungen getroffen werden. Nach dem Steuerrecht gilt als Nachtarbeit die Zeit zwischen 20 Uhr und 6 Uhr morgens.

Nachtarbeitnehmer

Nachtarbeitnehmer sind solche Arbeitnehmer, die aufgrund ihrer Arbeitszeitgestaltung normalerweise Nachtarbeit in Wechselschicht zu leisten haben oder Nachtarbeit an mindestens 48 Tagen im Kalenderjahr leisten. Da die Nachtarbeitnehmer durch die Nachtarbeit besonderer Belastung ausgesetzt sind, gelten für sie einige Schutzvorschriften. So dürfen sie beispielsweise nicht länger als acht Stunden, aber höchstens ausnahmsweise zehn Stunden arbeiten, sofern innerhalb von einem Kalendermonat oder vier Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Außerdem stehen ihnen in regelmäßigen Abständen von nicht weniger als drei Jahren arbeitsmedizinische Untersuchungen zu, die vom Arbeitgeber zu tragen sind. Außerdem ist der Nachtarbeitnehmer auf dessen Verlangen auf einen Tagesarbeitsplatz zu versetzen, sofern z.B. Gesundheitsgefahren aufgrund der Nachtarbeit bestehen.

Nachtarbeitszuschlag

Nach § 6 V ArbZG hat der Arbeitgeber dem Nachtarbeitnehmer für während der Nachtzeit geleisteten Stunden eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf das ihm hierfür zustehende Bruttoarbeitsentgelt zu gewähren. Die Höhe des Nachtarbeitszuschlags wird gesetzlich nicht festgelegt. Nach dem EStG ist jedoch eine Grenze der Steuerbegünstigung festgelegt, diese liegt bei 25 % (Nachtarbeit von 20 bis 6 Uhr) oder 40 % (Nachtarbeit 0 bis 4 Uhr) des Grundlohns.

Österreich

In Österreich liegt die Nachtarbeit in der Zeit von 22 bis 5 Uhr, wenn der Nachtarbeitnehmer mindestens drei Stunden pro Nacht arbeitet. Als Nachtarbeitnehmer gelten solche Arbeitnehmer, die mindestens 48 Nachtarbeitstage im Jahr arbeiten. Auch in Österreich kann der Nachtarbeitnehmer sich regelmäßigen Untersuchungen unterziehen und sich gegebenenfalls auf einen Tagesarbeitsplatz versetzen lassen.

Schweiz

In der Schweiz ist die Nachtarbeit nach dem Arbeitsgesetz grundsätzlich verboten. Hier ist eine Bewilligung notwendig, solange keine gesetzliche Rechtfertigung vorliegt, wie z.B. bei Spitälern.

Verwandte Themen

Einzelnachweise/ Zitate/ Quellen

Weblinks

Anna Rosón Eichelmann

Anna ist Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht. Seit 2011 befasst sie sich intensiv mit dem Arbeitsrecht, insbesondere im Bereich des Gastgewerbes und hat den Fachanwaltslehrgang im Arbeitsrecht an der Hagen Law School absolviert. Zu ihren Praxisstationen zählen der Lehrstuhl für Arbeitsrecht bei Prof. Dr. Waas an der Goethe-Universität in Frankfurt, die HR-Abteilung einer Bank, die Arbeitsrechtsabteilung bei Prof. Dr. Lunk in einer amerikanischen Großkanzlei, die Litigation-Abteilung einer britischen Großkanzlei sowie die Außenhandelskammer für Deutschland in Spanien. Anna hat in Frankfurt am Main und Madrid studiert.