Lohnsteuerbescheinigung


Begriff

Die Lohnsteuerbescheinigung dient dem Nachweis über die vom Arbeitnehmer gezahlten Steuern und Beiträge. Gemäß § 41b Abs.1 EStG iVm. § 93 c AO ist der Arbeitgeber verpflichtet, die in der Lohnsteuerbescheinigung enthaltenen Daten seiner Arbeitnehmer auf elektronischem Wege an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Die Lohnsteuerbescheinigung wird vom Arbeitgeber bei Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses oder regelmäßig zum Ablauf eines Kalenderjahres erstellt. Letzt möglicher Zeitpunkt hierfür ist der Ablauf des letzten Tages im Februar des Folgejahres. Zusätzlich erhält der Arbeitnehmer einen Ausdruck der Lohnsteuerbescheinigung auf postalischem Weg oder in elektronischer Form.

Kommt der Arbeitgeber seiner Pflicht nicht nach, so kann ihn das zuständige Finanzamt gemäß den §§ 328 ff AO durch Androhung oder Auferlegung eines Erzwingungsgelds dazu anhalten.

Welche Informationen enthält die Lohnsteuerbescheinigung?

Die Lohnsteuerbescheinigung enthält alle relevanten Informationen zum Beschäftigungsverhältnis. Dazu zählen:

  • Name und Anschrift des Arbeitnehmers,
  • Steuernummer bzw. Steuer-ID des Arbeitnehmers,
  • Dauer des Beschäftigungsverhältnisses,
  • Eventuelle Unterbrechungen der Arbeitszeit, sofern der Arbeitnehmer länger als sechs Wochen krankgeschrieben war oder sich in Mutterschutz befand,
  • Angaben zur Summe der ausgezahlten Beiträge aus Kurzarbeitergeld, Winterausfallgeld oder Schlechtwettergeld ( 41 Abs. 1 S. 4 EStG),
  • Höhe des steuerpflichtigen Bruttoarbeitslohns,
  • Höhe der einbehaltenen Lohnsteuer, sowie Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag,
  • Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sowie zur gesetzlichen Kranken- Renten- und Pflegeversicherung,
  • Angaben zu steuerfreien Leistungen seitens des Arbeitgebers wie Aufstockungsbeträgen oder Zuschlägen,
  • Seit 2014 mit dem Großbuchstaben M: Informationen über Mahlzeiten, die dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber während einer beruflichen Tätigkeit und außerhalb seiner üblichen Tätigkeitsstätte zur Verfügung gestellt wurden (§ 41b Abs. 1 Nr. 8 EStG)
  • Mit dem Großbuchstaben S: falls der Arbeitgeber die Lohnsteuer von einem sonstigen Bezug im ersten Dienstverhältnis berechnet hat (§ 41 Abs. 1 S. 6 EStG).
  • Mit dem Großbuchstaben F: steuerfreie Sammelbeförderungen zur ersten Tätigkeitsstätte (§ 41b Abs. 1 Nr. 9 EStG).

Der Lohnsteuerbescheinigung ist dabei lediglich zu entnehmen in welcher Höhe ein Lohnsteuerabzug im vergangenen Kalenderjahr tatsächlich stattgefunden hat. Darüber ob dieser Betrag seine Richtigkeit hat, enthält sie keine Informationen.

Was passiert also, wenn ein falscher Betrag angegeben ist?

Sollte bei der Berechnung des Lohsteuerabzugs durch den Arbeitgeber ein Fehler unterlaufen sein, so kann dieser im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung korrigiert werden. Dem Arbeitnehmer darf dadurch also kein finanzieller Schaden entstehen.

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Einzelnachweise/ Zitate/ Quellen

  • Poeche, Küttner, Personalbuch 2018, 25. Auflage 2018.
  • Linck, Schaub, Arbeitsrechts-Handbuch, 17. Auflage 2017
  • Seidel, Küttner, Personalbuch 2018, 25. Auflage 2018.
  • Golombek, Beck’sches Steuer- und Bilanzrechtslexikon, 43. Auflage 2018.

Weblinks

Anna Rosón Eichelmann

Anna ist Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht. Seit 2011 befasst sie sich intensiv mit dem Arbeitsrecht, insbesondere im Bereich des Gastgewerbes und hat den Fachanwaltslehrgang im Arbeitsrecht an der Hagen Law School absolviert. Zu ihren Praxisstationen zählen der Lehrstuhl für Arbeitsrecht bei Prof. Dr. Waas an der Goethe-Universität in Frankfurt, die HR-Abteilung einer Bank, die Arbeitsrechtsabteilung bei Prof. Dr. Lunk in einer amerikanischen Großkanzlei, die Litigation-Abteilung einer britischen Großkanzlei sowie die Außenhandelskammer für Deutschland in Spanien. Anna hat in Frankfurt am Main und Madrid studiert.