Feiertagszuschlag


Begriff

Der Feiertagszuschlag ist ein Zuschlag, den der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber zusätzlich zu seinem Lohn dafür erhält, dass er an einem Feiertag arbeitet. Der Staat honoriert die Arbeit derjenigen, die an einem Feiertag arbeiten damit, dass er Steuer- und/oder Beitragsbegünstigungen vorsieht.

Vertragliche Vereinbarungen

Grundsätzlich haben Mitarbeiter keinen Anspruch auf Zahlung von Feiertagszuschlägen, das hat das Bundesarbeitsgericht entschieden (BAG, 11.01.2006 – 5 AZR 97/05). Der Feiertagszuschlag wird aufgrund einer Vereinbarung im Arbeitsvertrag oder bei Vorgaben im Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung ausbezahlt und ist mit dem Sonntagszuschlag vergleichbar.

Besonderheit: Begünstigung von Zuschlägen bis zu einem gewissen Prozentsatz

Dieser Zuschlag kann (wie auch der Nacht- oder Sonntagszuschlag) steuerfrei sein (§ 3b EStG).

Überblick über die höchstmöglichen steuerfreien Zuschlagssätze:

Feiertagszuschlag

Auch bei pauschaler Versteuerung der Vergütung von geringfügig beschäftigten Arbeitnehmern findet § 3b EStG Anwendung, sodass auch bei Minijobbern der Feiertagszuschlag steuerbegünstigt ist.

Allerdings ist Acht zu geben: Die Steuer- und Beitragsfreiheit von Feiertagszuschlägen greift nur dann, wenn diese auch tatsächlich erarbeitet worden sind. Ist der begünstigte Arbeitnehmer krank oder im Urlaub oder werden Zuschläge zum Mutterschutzlohn (§ 18 MuSchG) fällig, obwohl die Arbeitnehmerin tatsächlich nicht gearbeitet hat, so sind die Zuschläge voll steuer- und beitragspflichtig.

Sozialversicherungsrechtliche Perspektive

Im Hinblick auf die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht gibt es jedoch auch Grenzen. Die Beitragsfreiheit der Feiertagszuschläge ist nämlich nicht unbegrenzt. Ab 25 Euro Stundenlohn besteht eine Sozialversicherungspflicht für Feiertagszuschläge.

Österreich

In Österreich werden auch Feiertagszuschläge steuerlich begünstigt. Hier wird für die gesamten Zuschläge ein Freibetrag von maximal 360 Euro im Monat gezahlt, § 68 EStG (Österreich). Darüber hinaus gezahlte Feiertagszuschläge sind jedoch zu versteuern. Allerdings unterliegen Zuschläge – anders als in Deutschland – der vollen Sozialversicherungspflicht.

Verwandte Themen

Einzelnachweise/ Zitate/ Quellen

  • Creifelds, Rechtswörterbuch, 22. Auflage 2016.
  • Küttner, Personalhandbuch, 25. Auflage 2018.
  • Günther, Arbeitsrecht Aktuell 2017, S. 544ff.
  • Greiner, Rolfs/Giesen/Kreikebohm/Udsching, Arbeitsrecht, 48. Edition 2018.

Weblinks

Anna Rosón Eichelmann

Anna ist Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht. Seit 2011 befasst sie sich intensiv mit dem Arbeitsrecht, insbesondere im Bereich des Gastgewerbes und hat den Fachanwaltslehrgang im Arbeitsrecht an der Hagen Law School absolviert. Zu ihren Praxisstationen zählen der Lehrstuhl für Arbeitsrecht bei Prof. Dr. Waas an der Goethe-Universität in Frankfurt, die HR-Abteilung einer Bank, die Arbeitsrechtsabteilung bei Prof. Dr. Lunk in einer amerikanischen Großkanzlei, die Litigation-Abteilung einer britischen Großkanzlei sowie die Außenhandelskammer für Deutschland in Spanien. Anna hat in Frankfurt am Main und Madrid studiert.