Bruttoentgelt


Begriff

Das Bruttoentgelt ist das Arbeitsentgelt vor Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. „Brutto“ stammt aus dem Italienischen und steht für den Begriff „Gesamt“. Das Bruttoarbeitsentgelt ist Berechnungsgrundlage für die abzuziehenden Steuern und Beiträge.

Bruttoentgelt in der Praxis

Gebräuchlicherweise verhandeln Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein Bruttoentgelt, da die Abzüge individuell von den Lebensumständen des Arbeitnehmers abhängen und damit außerhalb der Kontrolle des Arbeitgebers liegen. Das Entgelt wird in der Regel monatlich zum Ende des Monats fällig. Es ist möglich andere Zahlungszyklen zu vereinbaren.

Überwiesen wird durch den Arbeitgeber nur das Nettoentgelt welches rund 40 % niedriger ausfällt bei Festangestellten als das vereinbarte Bruttoentgelt. Für eine genaue Berechnung des zu erwartenden Nettoentgelts stehen Brutto-Netto Rechner vielfach im Internet zur Verfügung.

Neben dem Bruttoentgelt fallen für die Beschäftigung eines Mitarbeiters noch die Personalnebenkosten für den Arbeitgeber an.

Arbeitgebernebenkosten (Personalnebenkosten)

Zu den Arbeitgebernebenkosten zählen in Deutschland die Sozialbeiträge der Arbeitgeber, die Kosten für berufliche Aus- und Weiterbildungen, Anwerbungskosten, Steuern auf die Lohnsumme und in bestimmten Fällen Umzugskostenerstattungen und sonstige freiwillige Sozialleistungen des Arbeitgebers (Zahnersatz, Zusatzversicherungen, etc.). Im Schnitt fallen für einen Arbeitgeber in der europäischen Union 31 % des Bruttoentgelts als zusätzliche Arbeitgebernebenkosten an. Deutschland liegt hier mit 28 % unter dem Schnitt. Österreich liegt mit 36 % über dem Schnitt (Stand 2016). Dabei unterscheiden sich die Personalnebenkosten, welche zusätzlich zum Bruttoentgelt anfallen, deutlich von Anstellungsart zu Anstellungsart. Am günstigsten in Deutschland sind hier studentisch Beschäftigte, weshalb diese hinsichtlich ihrer Lohnkosten besonders attraktive Angestellte sind.

Mindestlohn – Bruttoentgelt

Der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn ist ein Bruttoentgelt, welcher ab dem 01.01.2019 bei 9,19 Euro in der Stunde und ab dem 01.01.2020 bei 9,35 Euro in der Stunde liegt. Von diesem Stundenlohn gehen dementsprechend noch einige Abgaben ab. Mehr dazu im Artikel Nettoentgelt.

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Einzelnachweise/ Zitate/ Quellen

Weblinks

Anna Rosón Eichelmann

Anna ist Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht. Seit 2011 befasst sie sich intensiv mit dem Arbeitsrecht, insbesondere im Bereich des Gastgewerbes und hat den Fachanwaltslehrgang im Arbeitsrecht an der Hagen Law School absolviert. Zu ihren Praxisstationen zählen der Lehrstuhl für Arbeitsrecht bei Prof. Dr. Waas an der Goethe-Universität in Frankfurt, die HR-Abteilung einer Bank, die Arbeitsrechtsabteilung bei Prof. Dr. Lunk in einer amerikanischen Großkanzlei, die Litigation-Abteilung einer britischen Großkanzlei sowie die Außenhandelskammer für Deutschland in Spanien. Anna hat in Frankfurt am Main und Madrid studiert.